Umweltfreundliche Abluftreinigung im Biofilter

Das Biofilterverfahren wird schon seit vielen Jahren für die biologische Abluftbehandlung eingesetzt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Investitions- und Betriebskosten sind gering und die Umweltverträglichkeit sehr hoch. Bei der Mibelle Group in Frenkendorf wird die Abluft aus der Produktion von flüssigen Wasch- und Reinigungsmitteln seit rund 20 Jahren im Biofilter gereinigt.

  • Der Füllstand der Nährlösung, die den Tricklingfilter mit genügend Mineralien versorgt, wird kontrolliert.

  • Temperaturkontrolle: Die optimale Temperatur im Tricklingfilter beträgt 25-30°C. In diesem Temperaturbereich erzielt der Biofilter den besten Wirkungsgrad.

  • Die Biofilteranlage besteht aus einem glasfaserverstärkten Polyester-Container, der 17,5 Tonnen schwer wiegt. Der Inhalt besteht aus Hackholz, Kompost, Blähton und Lägernkalk.

  • Die Anlage kann eine Abluftmenge von 1500 Nm3/h reinigen. Die Luft, die über den Kamin abgegeben wird, riecht leicht erdig. Die Abbauleistung von Lösemitteln liegt konstant bei > 95 %.

  • Die Grafik zeigt die Abluftreinigung mit Biofilter wie sie bei der Mibelle Group in Frenkendorf angewendet wird.

Die Idee, Abluft auf biologischem Weg zu reinigen, ist nicht neu. Die Biofiltration ist eine relativ einfache und kostengünstige Methode zur Reinigung von Abluft. Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Hefe zerlegen die in der Luft enthaltenen Substanzen und wandeln sie in unschädliche und geruchsneutrale Stoffe um. Schon vor 20 Jahren überlegten sich die Spezialisten der Mibelle Group einen Weg, um die Abluft umweltschonend zu reinigen. „Die Reinigungsleistungen mussten dauerhaft hoch und das System wartungsarm sein – so lauteten damals die Anforderungen“, erklärt Fredy Kühnis, Leiter Safety & Sustainability in Frenkendorf.

Zweistufiger Biofilter reinigt die Abluft
Am Standort Frenkendorf stellt die Mibelle Group Wasch- und Reinigungsmittel wie zum Beispiel Total, Elan und Potz her. Bei der Produktion fallen jährlich rund acht Tonnen Schadstoffe an, die mit den Lösemitteln Ethanol und Isopropanol belastet sind. Ein Biofilter sollte diese Schadstoffe effizient auf ein gesetzeskonformes Niveau bringen können. So fiel der Entscheid der Mibelle Group auf den Bau eines zweistufigen Biofilters. In der ersten Stufe, dem Tricklingfilter, wird bereits ein Grossteil der Schadstoffe abgebaut. In der zweiten Stufe baut ein organischer Träger (Hackholz) den Rest der organischen Lösemittel und Geruchsstoffe ab. Die organischen Abluftinhaltsstoffe werden in CO2 umgewandelt und dienen dem Aufbau neuer Biomasse.

„Uns war wichtig, dass die Produktion unabhängig von der Biofilteranlage läuft, auch für den Fall von Störungen. Deshalb bauten wir die Anlage ausserhalb des Produktionsgebäudes“ so Fredy Kühnis. Die Produktionsabluft wird mit Hilfe einer konstanten Volumenstromregelung zugeführt. Wenn gewisse Produktionslinien nicht in Betrieb sind, wird die warme Hallenluft über eine geregelte Klappe dem Biofilter zugeführt. So verhindert man das Einfrieren des Biofilters im Winter.

95 % Abbauleistung und geringer Energieverbrauch
Für einen Biofilter spricht der geringe Energieverbrauch – es braucht nur Strom für Ventilator und Pumpen - und der im Vergleich zu anderen Reinigungsmitteln geringe Wasserverbrauch. Zudem findet keine Verlagerung von Schadstoffen ins Abwasser statt. Die Überlegungen von damals haben sich ausgezahlt. „Mit der Biofiltration reinigen wir die Abluft mit einer Abbauleistung von über 95 Prozent“ freut sich Fredy Kühnis.

Nachhaltigkeitsfakten zur Biofiltration in Frenkendorf:

  • Baujahr: 1999/2000
  • Abluftmenge: 1‘500 Nm3/h
  • Schadstoffe (Lösemittel): Ethanol, Isopropanol
  • Abgas aus Produktion: 800 kg Lösemittel pro Jahr
  • Reingas nach Biofilter: 40 kg Lösemittel pro Jahr
  • Abbauleistung: > 95%
  • Investition: CHF 300‘000.-

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