Blaues Licht und sein Einfluss auf Schlaf und Haut

Alles Leben folgt einem inneren Rhythmus, dessen Taktgeber blaues Licht – oder der blaue Anteil im Sonnenlicht – ist. In Bakterien, Pflanzen, Insekten und auch im Menschen wurden diese Mechanismen gefunden. Und die Forschung entdeckt laufend neue interessante Zusammenhänge.

 

In unserm Körper und in jeder Zelle ticken biologische Uhren, die uns permanent sagen, ob es Tag ist und wir aktiv sein sollen oder Nacht und Zeit zum Schlafen wäre. Diese inneren Uhren wurden im Lauf der Evolution über 3 Milliarden Jahre entwickelt und optimiert.

 

Zellen im Auge geben den Takt vor
Im Menschen wird der Schlaf-Wach-Rhythmus hauptsächlich über ganz spezielle Zellen im Auge, die sogenannten Melanopsin-Zellen getaktet. Diese Zellen wurden erst 2007 entdeckt. Sie reagieren sehr stark auf den blauen Anteil im Sonnenlicht und modulieren den inneren Rhythmus. Dabei wird das „Schlafhormon“ Melatonin ausgeschüttet, wenn kein blaues Licht mehr auf diese Zellen im Auge trifft. Das Melatonin im Blut stellt dann den ganzen Körper auf Nachtmodus ein; man wird müde und schläft ein. Die mit diesen Vorgängen verknüpften biochemischen Mechanismen wurden erst in den letzten Jahren erforscht und die Entdeckungen 2017 mit dem Nobelpreis geehrt.

 

Schlafstörungen fördern Volkskrankheiten
Blaues Licht ist also der Taktgeber unserer inneren Uhr. Nun hat aber unsere moderne Lebensweise nicht mehr viel mit der des Höhlenmenschen zu tun. Dieser war täglich draussen im Tageslicht und zog sich abends in die Höhle zurück. Heute dagegen verbringen die meisten Leute den ganzen Tag im Büro mit wenig blauem Licht. Auf der anderen Seite haben wir abends zu viel blaues Licht, das vor allem durch elektronische Geräte wie Fernseher, Laptops, iPads und Handys ausgestrahlt wird. Diese Verschiebung bringt unsere innere Uhr aus dem Rhythmus, führt zu Schlafstörungen und zu einer unausgeschlafenen Gesellschaft. Experten postulieren, dass dieser Schlafmangel heute wesentlich zur Erhöhung der bekannten Volkskrankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Depressionen führt. Die Lösungen zu diesen Schlafproblemen sind eigentlich ganz einfach:

  1. Über Mittag blaues Licht tanken im Freien
  2. Abends 2 Stunden vor dem zu Bett gehen keine elektronischen Geräte benutzen

 

Biologische Uhr auch im Fettgewebe
Inzwischen vermutet man, dass blaues Licht auch einen Einfluss auf unsere Fettdepots hat. Wie Forscher neulich entdeckten, schrumpfen Fettzellen, wenn man sie mit blauem Licht bestrahlt. Erstaunlicherweise fanden sie im Unterhaut-Fettgewebe denselben lichtempfindlichen Farbstoff wie in der Netzhaut des Auges, das Melanopsin. Das könnte bedeuten, dass unsere Fettpolster im Sommer bei viel blauem Licht abgebaut werden und umgekehrt der Lichtmangel im Winter zu vermehrten Fetteinlagerungen führt.

 

Schlaf ist aktives Anti-Aging
Chronischer Schlafmangel hat noch weitere Auswirkungen und beschleunigt beispielsweise den Alterungsprozess. Im Tiefschlaf dagegen schüttet der Körper Wachstumshormone aus und aktiviert das Immunsystem. Auch die Haut regeneriert sich über Nacht und wir wachen „jünger“ auf, als wir ins Bett gegangen sind.

 

Blaues Licht und Haut
Die Schlafforscher und Chronobiologen sind sich einig, wie wichtig blaues Licht am Tag und wie schlecht es in der Nacht ist. Unter Kosmetikchemikern und Medizinern hingegen sind die Auswirkungen des blauen Lichtes auf die Haut umstritten. Es ist bekannt, dass das ultra-violette Licht (UV-Strahlung) die Haut schädigt und zu Sonnenbrand und Hautkrebs führen kann. Nun ist das sichtbare blaue Licht zwar viel energieärmer und daher auch weniger gefährlich. Trotzdem wird spekuliert, dass gerade die chronische Exposition der Haut gegenüber der Strahlung von elektronischen Geräten zu einer Hautalterung führen könnte. In der Mibelle-Biochemistry-eigenen Forschung konnten wir zeigen, dass die Bestrahlung von Hautzellen (Keratinocyten und Fibroblasten) mit blauem Licht zu oxidativen Schäden führt und damit Hautalterung initiiert. Die bei diesem Vorgang entstandenen oxidativen Stressmoleküle konnten jedoch mit einem Wirkstoff mit Radikalfänger-Eigenschaften zu einem grossen Teil neutralisiert werden.

Inwieweit es notwendig sein wird, unsere Haut gegen blaues Licht zu schützen, wird sich in Zukunft zeigen. Für unseren Schlafrhythmus und unsere Gesundheit ist genügend blaues Licht zur richtigen Zeit aber auf jeden Fall essentiell.

 

 


Ein Gedanke zu “Blaues Licht und sein Einfluss auf Schlaf und Haut”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*