Resilienz: die Organisation in stürmischen Zeiten

In meinem ersten Blogpost habe ich über die persönliche Resilienz gesprochen und darüber, wie der Einzelne seine Widerstandskraft stärken kann. Aber was heisst Resilienz für eine gesamte Organisation, und welches sind die stärkenden Faktoren?

Resilienz ist die Widerstandskraft eines Einzelnen oder einer Organisation im Umgang mit erhöhtem Druck – ob von aussen oder innen. In unserem internen Resilienzprogramm behandeln wir, wie wir mit Druck und Stress umgehen, damit die immer grösser werdenden Belastungen uns nicht schaden. Das ist wichtig, weil der Schaden gelegentlich sehr gross sein kann. Für den Einzelnen, aber auch für die ganze Organisation. Verfügt diese nicht über die entsprechenden Widerstandskräfte, kann das ebenso zu verminderter Leistungsfähigkeit und schliesslich zum Kollaps führen.

Wenn wir die Situation der Mibelle Group analysieren, kommen wir zu folgenden Erkenntnissen:

  • Das geschäftliche Umfeld verändert sich rasch und radikal. Unsere Kunden stehen selbst unter zunehmenden Druck. In der Schweiz kämpft unser Hauptkunde Migros mit den immer stärker werdenden deutschen Discountern. Viele Schweizer Konsumenten decken sich in grossem Masse mit Konsumgütern jenseits der Grenze ein. Immer wichtiger werden auch Online-Händler, die häufig ebenfalls im Ausland angesiedelt sind.
  • Unsere Mitbewerber halten uns auf Trab. Da es in Europa überzählige Kapazitäten gibt, gehen sie bei jeder Ausschreibung grosse Kompromisse ein. Es gibt ferner ein grosses Lohngefälle zwischen Ost- und Südeuropa und der Schweiz. Arbeitsintensive Tätigkeiten werden deshalb gerne in diese „günstigeren“ Länder ausgelagert.
  • Es gibt sehr innovative Mitbewerber, die mit ganz neuen Konzepten punkten können.
  • Neue Technologien ermöglichen neue Geschäftsmodelle. Wer mithalten will, muss gehörig investieren und entsprechende Ressourcen bereitstellen.
  • Viele Veränderungen betreffen uns als gesamte Gesellschaft und verunsichern uns. Der Kampf um Ressourcen wie Wasser oder Erdöl hat längst begonnen und ist mit ein Grund für manchen Krieg. Dieser verursacht Hunger und Angst und treibt viele Menschen in die Flucht. Insgesamt erzeugen auch diese Änderungen Druck und Belastung auf uns.

In unseren internen Resilienz-Workshops haben wir uns die Frage gestellt, wie die Widerstandsfähigkeit der Mibelle Group insgesamt gestärkt werden kann und welche Rolle dabei die Vorgesetzten einnehmen. In den Diskussionen ist uns klar geworden, dass es sowohl auf die harten wie auch auf die weichen Faktoren ankommt. Alle harten Massnahmen, die unter „Arbeitssicherheit“ gehen, stärken die Gesundheit des Unternehmens. Besseres Licht oder Lärmschutzvorkehrungen zum Beispiel reduzieren den Stress am Arbeitsplatz und ermöglichen, dass das Energiefass des Einzelnen länger hinhält.

Eine ebenso stärkende Wirkung auf die Organisation haben weiche Faktoren wie der respektvolle Umgang miteinander, die Anerkennung guter Leistungen und eine offene und zeitnahe Kommunikation. Auch die Gestaltbarkeit am Arbeitsplatz, das Gefühl dazuzugehören oder etwas Sinnvolles zu tun, haben eine grosse Wirkung auf die Widerstandskraft . (Es gibt dazu ein hervorragendes, sehr empfehlenswertes Buch von Sebastian Purps mit dem Titel „Führen mit Hirn“)

Die Rahmenbedingungen, unter denen wir in den kommenden Jahren arbeiten müssen, bleiben anspruchsvoll und herausfordernd – das Thema Resilienz bleibt also hochaktuell. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, dann wird es uns gelingen, die Dinge zu tun, die uns stärken und erfolgreich machen.


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