Lernende entwickeln Konzepte zur Abfallvermeidung

Als Produktionsbetrieb verursacht die Mibelle Group bei der Herstellung von Pflegeprodukten immer auch unerwünschte Abfälle. Die Mibelle Group betreibt grosse Anstrengungen zur Abfallverringerung und -vermeidung. Nun haben sich zwei Teams von Lernenden mit dem Thema befasst und Konzepte zur Abfallreduktion erstellt.

  • Kimi Häggi vom Lernenden-Projektteam: «Inder Fabrikation bleibt oftHalbfabrikat inden Leitungen und Tanks übrig. Wir Lernenden entwickelten zwei Konzeptideen, umdie Entleerung der Leitungen zu optimieren und so den Abfall zu verringern».

  • Projektteam der Lernenden, das den Abfallin der Vorbereitung, Fabrikation und Konfektionierung untersuchte. Von links:Severin Stenz, Francisco Martins Pinto, Roman Zeller, Jasmin Leonhardt, AmirHaliti und Kimi Häggi.

  • DieKonzeptideen der Lernenden: 1. Idee: Mit einem Molch wird Druckluft durch dieRohrleitungen gepresst und damit der Produktverlust auf ein Minimum reduziert.

  • DieKonzeptideen der Lernenden: 2.Idee: Im Tankboden wird ein Sensor installiert und Druckluft durch den leerenTank geblasen. Mit dem Schnellentlüfter wird diese abgesogen, bis der Tank leer ist.

  • Die Lernenden fanden heraus: Abfallkostet viel Geld: Um die Entsorgungskosten für eine abgefüllte Flasche zudecken (Spezialentsorgung), müssen 30 neue Flaschen produziert und verkauftwerden.

  • In einem selbst organisierten Thementaggingen die Lernenden auf den Grund, wo der Abfall bei der MibelleGroup am Standort Buchs entsteht, wo und wie er getrennt und schliesslichentsorgt wird.

Frühzeitige Sensibilisierung auf das Thema Entsorgung & Recycling

«Unsere Lernenden sind die zukünftigen Mitarbeitenden und Führungspersonen. Deshalb will die Mibelle Group ihre Nachwuchskräfte schon früh auf das Thema Entsorgung & Recyling sensibilisieren» erklärt Arno Merki, Leiter Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei der Mibelle Group in Buchs. Daraus entstand die Idee, den Lernenden den Auftrag zu geben, zwei Konzepte zur Abfallreduktion zu erstellen. Begleitet wurden die Lernenden durch Lehrlingsbetreuer und Projektsponsoren. Ziel war es, dass die Lernenden ein firmenumfassendes Nachhaltigkeitsprojekt mit grösstmöglicher Selbständigkeit abwickeln und sich dabei wichtige Soft Skills aneignen. Bei der Erarbeitung der Lösungsvorschläge waren viel Denkarbeit, Brainstorming und Kreativität gefragt, wie die Abfälle verringert, vermieden, wiederverwertet und entsorgt werden konnten.

Lernenden-Projekt 1: Abfallreduktion in Vorbereitung, Konfektionierung und Fabrikation

Die Lernenden aus dem zweiten Lehrjahr erfassten die entstandenen Abfälle in der Vorbereitung, Fabrikation und Konfektionierung anhand eines definierten Produktionsauftrages, analysierten die Einflüsse auf die Abfallentstehung und trugen die Ergebnisse zusammen. Eine Mitarbeiterumfrage gab zusätzliche Erkenntnisse zum Thema Abfall.

«Wir stellten fest, dass in der Fabrikation jeweils eine grössere Menge Halbfabrikat in den Leitungen, Fabrikationstanks und der Maschine selbst übrigbleibt» erklärt Kimi Häggi vom Lernenden-Projektteam. In ihrem Konzept schlugen sie deshalb zwei Lösungsideen vor, um die Entleerung der Leitungen zu optimieren und den Abfall zu verringern. Bei der ersten Konzeptidee wird im Tankboden ein Sensor installiert. Die Druckluft wird solange in den leeren Tank geblasen, bis das Halbfabrikat den Sensor nicht mehr bedeckt. Mit einem Schnellentlüfter wird die Druckluft anschliessend abgesaugt, bis der Tank komplett leer ist. Mit dieser Idee kann ein Maximum an Füllgut herausgepresst werden, ohne dass das Halbfabrikat zu schäumen beginnt.

Bei der zweiten Idee wird mittels Molchtechnik ein Molch mit Druckluft durch die Rohrleitungen gepresst. Damit wird der Produktverlust in den Rohrleitungen bei der Entleerung auf ein Minimum reduziert. Beide Ideen des Lernenden-Projektteams wurden in den Betrieb zur weiteren Prüfung weitergeleitet.

Lernenden-Projekt 2: Reduktion des Hauskehrichts um 5 %

Die Lernenden aus dem zweitletzten Lehrjahr untersuchten in einem zweiten Nachhaltigkeitsprojekt nach Möglichkeiten, wie der Hauskehricht der Mibelle Group am Standort Buchs um mindestens 5 % verringert werden konnte. Die Lernenden veranstalteten einen Abfall-Thementag und gingen auf den Grund, wo in der Mibelle Group in Buchs Abfall entsteht, wie und wo er getrennt und schliesslich entsorgt wird. Ein Besuch der Transport AG, wo der Hauskehricht getrennt wird, und der naheliegenden Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs ergaben weitere wichtige Erkenntnisse. In 10 Messungen untersuchten die Lernenden den Hauskehricht und stellten fest, dass rund 60 % daraus weiter getrennt werden könnte. Papier, PET, Plastik und Dosen machten den grössten Teil des Abfalls aus. Mittels Brainstorming wurde nach Lösungen gesucht. Die Lernenden schlugen vor, zusätzliche Sammelstellen an geeigneten Orten zu platzieren und Wasserdispenser für eine PET-Reduktion zu installieren. Darüber hinaus sensibilisieren die Lernenden mit einem selbst kreierten Lernvideo und einem Erlebnisparcours die Mitarbeitenden auf ein richtiges Abfallmanagement.

Aneignung von wichtigen Soft Skills

Während der beiden Projekte konnten die Lernenden wichtige Erfahrungen in Projektmanagement sammeln. «Wir lernten, wie man methodisch, strukturiert und fokussiert plant und vorgeht. Daneben konnten wir uns in Zeitmanagement üben und erkennen, wie wichtig eine gute Kommunikation für einen erfolgreichen Projektablauf ist. Es macht uns Lernende sehr stolz, dass wir mit diesen Nachhaltigkeitsprojekten betraut wurden. Die Unterstützung war durchs Band sehr gross», freut sich Kimi Häggi.

Die Abschlusspräsentationen der Resultate und Ideen waren ein weiteres Lernfeld für die Lernenden, zum Beispiel auf welche Präsentationstechniken man zurückgreifen kann und was eine Präsentation attraktiv macht. «Dass sich die Lernenden anhand von konkreten Projekten mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen, kam in der Mibelle Group sehr gut an» freut sich Arno Merki.


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